RENATE SAUTERMEISTER "All die Jahre" am 12.3. - 24.4.2010

sautermeisterMalerei-Zeichnungen-Radierungen

Die Ausstellung in der Galerie DAS BILDERHAUS zeigt einen Streifzug durch verschiedene Schaffensphasen der Künstlerin. Sie schlägt einen Bogen weit zurück zu den Anfängen. Frühe abstrakte, gestische Zeichnungen und skurrile Radierungen treten in Dialog mit Malereien jüngerer Zeit. Außer zwei großformatigen Arbeiten, werden vor allem kleinere farbige Acryl-Kreide-Arbeiten, Radierungen und frühe Federzeichnungen gezeigt.

 

Bekannt geworden ist Renate Sautermeister in den 70er Jahren mit ihren surrealen, kargen, akribisch gemalten ‚Tatorten’ und apokalyptischen Endzeitsituationen, Bilder der Melancholie des Vergänglichen - vorweggenommene Visionen, die heute aktueller denn je sind. Anfang/Mitte der achtziger Jahre ist in ihren Arbeiten eine allmähliche Auflösung des Erkennbaren, eindeutig Identifizierbaren hin zu abstrakterer, Form und Farbe verpflichteter Malerei festzustellen.

In ihrer spontanen Herangehensweise und ihrer dynamischen Bildsprache schafft sich Renate Sautermeister ihren eigenen Kosmos aus Farben, Strukturen, Bewegungen. Sie bildet nicht Welt ab, sondern folgt eigenen bildimmanenten Gesetzmäßigkeiten. Anklänge an Gegenständliches und Räumlichkeit kommen vor allem in jüngeren Arbeiten immer wieder vor. Sie weiß mit gestalterischen Mitteln souverän umzugehen. Farbflächen, mit spontanem Gestus gesetzt, energisch gezogene Pinsel- und Kreidespuren, struppige Linienbündel sind die bevorzugten malerischen und grafischen Bauelemente ihrer dynamischen Kompositionen. Es sind seismografische Reaktionen auf ihre Umwelt und auf innere Befindlichkeiten. Aufbrüche und Umbrüche sind ein wichtiger Impuls für ihr Schaffen. Anregungen bot ihr stets auch
die Stadt, das Leben in Steinen, die Unbehaustheit. Dagegen die Sehnsucht nach Natur, Sand, Gras, nach ‚heiler Welt’.

Das Leben in der Stadt Frankfurt hat auch in anderen Metiers Spuren hinterlassen. So stellte sie unlängst ihre Fotoserie „Das Fenster“ im Goethe-Institut vor. Der jahrelange Blick auf ein wäschebehangenes Fenster gegenüber war ursprünglich als Anregungsmaterial für ihre malerische Arbeit gedacht, hat sich aber dann zu einem eigenen Zyklus entwickelt. Renate Sautermeister wurde 1937 in Hamburg geboren, ist in Freiburg/Br. aufgewachsen und lebt seit 1972 in Frankfurt. Sie studierte Freie Grafik und Malerei in Bonndorf/Schwarzwald, Wiesbaden
und dank eines Stipendiums auch in Perugia/Italien. Sie erhielt 1974 den Preis der Marielies-Hess-Stiftung „Junge Kunst in Hessen“; 1980 den „Reinhold-Kurth-Kunstpreis für das Oeuvre“ der Stadtsparkasse Frankfurt. Sie erhielt einen Lehrauftrag an der HfG Offenbach und war Schulkünstlerin an der Heinrich-Kraft-Schule Frankfurt. In den achtziger Jahren gestaltete sie Bühnenbilder zu Bodo Kirchhoff/Bodybuilding am Schauspiel Frankfurt; zu John Hopkins/Diese Geschichte von Ihnen im Kammerspiel Frankfurt und zu Pierre Byland/Autour d’une Porte am TAT Frankfurt und Centre Pompidou Paris. Ihre letzte größere Ausstellung „Von flüchtigen Dingen“ war 2007 im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Wiesbaden zu sehen.

Hilmar Hoffmann hat ihr in seinem Buch „Frankfurts starke Frauen“ ein Kapitel gewidmet.
50 Jahre ihrer Arbeit sind zusammengefasst in dem Oeuvre-Katalog
„Renate Sautermeister/Werke 1957-2007“, modo-Verlag, Freiburg/Br.

www.renatesautermeister.de